Baugenehmigung

GARAGE OHNE BAUGENEHMIGUNG: GEHT DAS?

FertiggarageMassiv Garage

Je nach Bundesland und je nach Bauform können Sie eine Garage ohne Baugenehmigung errichten. Wichtig ist dabei, dass Sie sich bereits im Vorfeld kundig machen und exakt den Bestimmungen folgen. Unterbleibt dies, so kann Ihnen im schlimmsten Fall die behördliche Anordnung eines Abrisses drohen.

 

 

Garage ohne Baugenehmigung: Regelung regional unterschiedlich

Die Antwort auf die Frage, wo Sie eine Garage ohne Baugenehmigung errichten dürfen, ist alles andere als einfach, denn die verschiedenen Bundesländer haben unterschiedliche Regelungen, und auch in der konkreten Ausgestaltung unterscheiden teils wenige Kilometer über das Gelingen eines Bauvorhabens.

Unerheblich für die Erteilung einer Genehmigung ist dabei die Bauform einer Garage, d. h. Fertiggaragen unterliegen denselben Gesetzen wie komplett gemauerte Garagen, und Anbaugaragen unterscheiden sich nicht von einer frei stehenden Garage, selbst wenn das dem einen oder anderen Bauherren ungerecht erscheinen mag.

Wo Sie Garagen ohne Genehmigung bauen dürfen

Falls Sie in Bayern, Bremen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Niedersachsen oder auch im Saarland leben, ist das Errichten einer Garage ohne Baugenehmigung nicht möglich. Hier ist stets eine Genehmigung einzuholen. Wenn die Garage den baurechtlichen Rahmenbestimmungen entspricht, können Sie in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen hingegen bedenkenlos ohne Baugenehmigung mit dem Bauen beginnen.

Besonders kompliziert wird das Bauen einer Garage ohne Baugenehmigung in den übrigen Bundesländern, denn hier richtet sich das geltende Recht nach der Grundfläche oder aber dem Rauminhalt der geplanten Garage. Es empfiehlt sich also, im Vorfeld stets bei der zuständigen Behörde anzufragen. Halten Sie dafür Ihre Pläne bereit.

Baugenehmigung von Garagen

Nicht in jedem Fall ist eine Garage genehmigungspflichtig. Ob der Bau einer Garage auch ohne Baugenehmigung möglich ist, steht jedoch nicht in der Garagenverordnung, sondern in der jeweiligen Landesbauordnung (LBO). Auch hier sind die Bestimmungen von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Prüfen Sie vor dem Bau die Garagenverordnung und rufen Sie bei der Baubehörde an. Hier kann man Ihnen sagen, ob das Bauvorhaben nach den eigenen Vorstellungen möglich ist. Ist ein Bauvorhaben genehmigungsfrei, reicht in der Regel eine einfache Bauanzeige statt eines Antrages. Auch wenn Ihr Bauvorhaben genehmigungsfrei ist, haften Sie als Bauherr für die Einhaltung aller Vorgaben. Nichteinhaltung kann zu einem Rückbau der Garage führen.

 

Das besagt die Garagenverordnung

Bei Garagenbau müssen Sie sich in jedem Fall an die Garagenverordnung halten. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es sich um eine gemauerte oder eine Fertiggaragen handelt, ob sie freistehend errichtet wird oder als Anbau an das Wohngebäude.

Welche bau- und betriebstechnischen Bestimmungen für die Genehmigung einzuhalten sind und welche Angaben der Bauantrag enthalten sollte, darüber gibt die Garagenverordnung (GarVO, GaVO oder GaStellV) Auskunft.

Diese Verordnung gliedert sich in fünf Abschnitte:

Abschnitt Inhalt der Verordnung
Teil I:
Allgemeine Vorschriften
Begriffsdefinition und Ausprägungen einer Garage
Teil II:
Bauvorschriften
Welche Abstände und Höhen sind zu beachten?
Wie sollten das Dach, die Außen- und Innenwände beschaffen sein?
Welche Brandschutzmaßnahmen müssen erfüllt sein?
Wo müssen Rettungswege gelassen werden und wo sind Verbindungstüren zulässig?
Welche Belüftungs- und Beleuchtungsvorrichtungen müssen mindestens vorhanden sein?
Teil III:
Betriebsvorschriften
Sicherheitsbestimmungen
Teil IV:
Bauvorlagen, Prüfungen
Welche Angaben müssen für den Bauantrag gemacht werden?
Teil V:
Schlussvorschriften
Allgemeine Angaben oder Ergänzungen

Garagenverordnungen sind Ländersache

Der Bau einer Garage fällt unter das Baurecht und ist somit Ländersache. So variieren beispielsweise die Abstände, die zwischen Garage und öffentlicher Verkehrsfläche liegen müssen, je nach Bundesland zwischen 2,75 und 3 Metern.

Generell sind die Vorgaben für Kleingaragen – also Garagen mit einer Nutzfläche bis 100 Quadratmetern – überschaubar. Komplizierter wird es erst bei Mittel- und Großgaragen (Nutzfläche von 100 bis > 1.000 Quadratmeter). Hier gibt es beispielsweise bestimmte Maße für die Zu- und Abfahrtwege, die Anzahl der Frauenparkplätze und die Gehwegbreite.

Welche Unterlagen benötigt man für den Bauantrag?

Für das Baugenehmigungsverfahren brauchen Sie einen bauvorlageberechtigten Entwurfsverfasser, dies ist in der Regel ein Mitarbeiter der von Ihnen beauftragten Baufirma. Zusammen unterschreiben Sie den Bauantrag, der bauvorlageberechtigte Entwurfsverfasser unterschreibt zusätzlich die Bauvorlagen.

Folgende Unterlagen legen Sie dem Bauantrag bei:

  • Bauantragsformular mit Baubeschreibung
  • Auszug aus der Liegenschaftskarte mit Kennzeichnung des Baugrundstückes
  • Lageplan mit den angrenzenden Grundstücken (lassen Sie die Eigentümer der Nachbargrundstücke als Zeichen Ihrer Zustimmung unterschreiben)
  • Grundriss der Garage (bei einer Fertiggarage genügt ein Prospekt)
  • Plan der Außenanlagen mit allen Abständen und Zufahrtswegen